Was ist das Wichtigste in Kürze?
- Müdigkeit ist bei 10 bis 20 Prozent aller Konsultationen in der Hausarztpraxis Haupt- oder Nebengrund1.
- Die häufigsten Ursachen anhaltender Müdigkeit sind Schlafstörungen, Atemstörungen im Schlaf, Depression und starke psychosoziale Belastung1.
- Am Anfang stehen Gespräch, körperliche Untersuchung und einfache Laboruntersuchungen1.
- Bleibt die Ursache offen, können Kontrolltermine helfen, eine Überdiagnostik zu vermeiden1.
Wie häufig ist Müdigkeit ein Grund für den Arztbesuch?
Müdigkeit ist bei 10 bis 20 Prozent aller Konsultationen in der Hausarztpraxis der Haupt- oder ein Nebengrund1.
Welche Ursachen sind häufig?
Müdigkeit kann viele Ursachen haben. Auch bereits bekannte Erkrankungen können sich verschlechtert haben1. Laut einer Übersichtsarbeit im Deutschen Ärzteblatt sind die häufigsten Ursachen anhaltender Müdigkeit:
- Schlafstörungen und Atemstörungen im Schlaf1
- Depression, in 18,5 Prozent der Fälle1
- starke psychosoziale Belastung1
Blutarmut und andere körperliche Ursachen sind seltener. Sie lagen bei 4,3 Prozent1.
Was kann eine Praxis abklären?
Diese Liste fasst zusammen, was eine ärztliche Abklärung umfassen kann. Sie ist für alle gleich.
- Ein ärztliches Gespräch über Beschwerden und Verlauf (Anamnese)1
- Eine körperliche Untersuchung1
- Einfache Laboruntersuchungen, zum Beispiel Blutbild, Blutzucker, Entzündungswert, Leberwerte und Schilddrüsenwert (TSH)1,2
- Häufige Ursachen anhaltender Müdigkeit: Schlafstörungen, Atemstörungen im Schlaf, Depression und starke psychosoziale Belastung1
- Bereits bekannte Erkrankungen, die sich verschlechtert haben können1
- Blutarmut und andere körperliche Ursachen – sie sind seltener1
- Weitere Untersuchungen, wenn zusätzliche Beschwerden oder Befunde dafür Anlass geben1
- Kontrolltermine, wenn die Ursache zunächst offen bleibt1
Die Laborbeispiele stammen aus einem Basis-Check, den die französische Nationale Akademie für Medizin für die ärztliche Vorsorge beschreibt2. Welche Werte im Einzelfall sinnvoll sind, entscheidet die Praxis.
Was geschieht, wenn die Ursache offen bleibt?
Bleibt die Ursache zunächst unklar, können abwartendes Beobachten und regelmäßige Kontrolltermine helfen. So lässt sich vermeiden, dass sich die Suche nur auf körperliche Ursachen verengt und zu viel untersucht wird1.
Wo steht NAD+ in dieser Abklärung?
Die ersten Schritte sind laut Übersichtsarbeit Gespräch, körperliche Untersuchung und einfache Laboruntersuchungen1. Normale NAD+-Blutwerte sind bisher nicht gut bekannt3. Mehr dazu auf der Seite Lässt sich NAD+ im Blut zuverlässig messen?.
Die Vorbereitung in fünf Schritten hilft, Beobachtungen zu notieren, und gibt Ihnen Anregungen für Fragen an Ihren Arzt.
Auf welche Belege stützt sich diese Seite?
- Maisel P, Baum E, Donner-Banzhoff N (2021). Fatigue as the Chief Complaint. Deutsches Ärzteblatt International. DOI: 10.3238/arztebl.m2021.0192
Die Arbeit fasst zusammen, wie Hausärzte anhaltende Müdigkeit abklären können. Sie ist eine Übersichtsarbeit auf Grundlage einer Literaturrecherche. Danach dürften Gespräch, körperliche Untersuchung und einfache Laborwerte meist ausreichen, weitere Untersuchungen eher bei zusätzlichen Hinweisen.
- Académie nationale de médecine (2026). Approche clinique de la longévité en bonne santé. Bericht vom 13. Januar 2026, auf Französisch. www.academie-medecine.fr/wp-content/uploads/2026/01/RAPPORT-Approche-clinique-de-la-longevite-en-bonne-sante-APRES-VOTE.pdf
Der Bericht fragt, was die ärztliche Praxis heute für ein langes Leben in Gesundheit tun kann. Er ist eine Stellungnahme der französischen Nationalen Akademie für Medizin. Messungen des biologischen Alters und Mittel gegen das Altern empfiehlt sie nach heutigem Wissen nicht für die Praxis, die Lebensführung hätte Vorrang.
- Euro L et al. (2026). Dynamics of blood NAD and glutathione in health, disease, aging, and under NAD+-booster treatment. Redox Biology. DOI: 10.1016/j.redox.2026.104343
Die Studie entwickelte eine standardisierte Messung von NAD und Glutathion aus einer einzigen Vollblutprobe. Sie ist eine Methoden- und Kohortenstudie mit 299 gesunden Erwachsenen. Die Werte schienen mit dem Alter stabil zu bleiben, unter NAD+-Boostern stiegen sie je nach Person unterschiedlich stark.